Cultiver la joie

Une nouvelle année a débuté, et la tradition veut qu'on s'exprime de bons. Ainsi, nous vous présentons des souhaits pour une année 2020 bénie.

Nous venons de fêter ces débuts de manière joyeuse, lors du dimanche de l'Epiphanie où les Gilets Rouges de Kintzheim nous ont accompagnés lors du culte et du repas des aînés. Quelques photos que vous pouvez consulter en cliquant en témoignent :

Tablee9

Essayons de cultiver ces moments de joie, sans pour autant oublier les préoccupations que nous portons dans la prière :

- la paix dans le monde : Iran, Syrie, Liban, Sahel, Yémen, Chine, Bolivie, crise des réfugiés...

- l'expression de la démocratie dans le respect des oppositions : municipales, réformes...

- l'environnement et la sauvegarde de la biodiversité : incendie en Australie, accords internationaux...

- le respect des libertés d'expression, de religion avec le souci d'avancer vers la manifestation d'une vérité plus profonde et humaniste : Charlie, persécutions...

- santé, en ayant à coeur d'améliorer notre propre alimentation comme celle de nos prochains...

Voici le mot d'ordre pour 2020 :

Motdordre2020bis

Cordialement,

J. Grauling, pasteur

 

Ci-dessous, une méditation en allemand sur ce mot d'ordre, parue dans le Nouveau Messager

Urvertrauen und Lebensmut (vs. Unvertrauen und Lebenswut)

 

Eine Meditation zur Jahreslosung 2020 „Ich glaube! Hilf meinem Unglauben.“ Markus 9,24

 

Es gibt Menschen, denen scheint einfach alles zu gelingen. Anscheinend lächelt ihnen das Schicksal. Sie finden immer irgendwie eine Lösung für jedes Problem, begegnen Personen, die sich hilfsbereit zeigen, strahlen stetig Optimismus aus. Für sie sind Jesu Worte „Alles ist möglich für den, der glaubt“ oder „Glaube kann Berge versetzen“ beinahe eine Selbstverständlichkeit.

Es gibt aber auch Menschen, bei denen immer alles schief läuft. Schwierigkeiten, Missverständnisse, ja Anhäufung von Krankheiten sind für sie Alltag, das Leben ist ein ständiger Kampf. Dass sie nicht verzweifeln, ist ein wahres Wunder.

Auch wenn sie gelernt haben, hohle Versprechungen mit Skepsis zu betrachten. Diese vorsichtige Haltung schützt sie vor weiteren Enttäuschungen, wenn einmal wieder eine Hoffnungsblase zerplatzt. Sie kann aber auch gerade eben diese Enttäuschungen und neue Misserfolge provozieren, weil man sich im voraus geschlagen gibt, Initiativen nur halbherzig ergreift und sich in die Opferrolle hineinlebt.

Der namenlose Vater des sogenannten epileptischen* Kindes war wohl so ein Mensch. Die lange Krankheitsgeschichte seines Sohnes kennt er auswendig, wie fasziniert ist er von Katastrophensituationen, in der das Kind in Lebensgefahr schwebte und in Wasser oder Feuer umzukommen drohte. Dieser Jesus? Für ihn nur ein weiterer auf der Liste von unzähligen Heilern und Scharlatanen, die er schon aufgesucht hat. Sein Aufruf: „Wenn du etwas kannst …, so hilf uns!“ spricht von selbst, wie wenig Hoffnung er in diese erneute Hilfesuche setzt. Diesem Mann macht man nichts mehr vor. Zu oft ist er enttäuscht worden. Und doch ist er da. Trotz allem lässt er nicht locker und startet einen neuen Versuch.

Ein Katalysator, der Lebensenergie freisetzt

Auf diese Hartnäckigkeit baut Jesus auf. Er provoziert sie schier. „Wenn du kannst, sagst du? Wer glaubt, dem ist alles möglich!“ Darauf antwortet der Vater mit einem Aufschrei: „Ich glaube! Hilf meinem Unglauben.“

„Ich glaube!“ Intransitiv. Ohne Objekt. Hier wird keine Frage gestellt: Woran glaubst Du? Wem, was glaubst Du? Wie so oft, auch wenn Jesus zu Kranken spricht und sagt „Dein Glaube hat Dir geholfen“, geht es ihm nicht um ein dogmatisches Glaubensbekenntnis. Er möchte den Menschen ihren Lebensmut stärken, ihnen das beschädigte oder gar zerstörte Urvertrauen wieder aufbauen. Dazu gehört sicher viel Einfühlungsvermögen und eine große Menschenkenntnis.

Jesus spielt dabei eher die Rolle eines Katalysators, der die göttliche „Energie“ in den Menschen selbst freisetzt. Diese werden befreit und geheilt, sobald sie dem Glauben an einen gütigen und „liebkräftigen“ Gott Raum geben und ihr Aberglaube zurückweicht („Hilf meinem Unglauben!“).

Wenn ich hier von Aberglauben rede, dann ist es ganz egal, in welcher Verstehenswelt wir leben. Egal, ob wir unsere Kranken in den Krallen von machtvollen bösen Geister gefangen glauben wie zu Jesu Zeiten. Oder ob wir medizinischen und wissenschaftlichen Diagnosen so viel Gehör schenken, dass sie uns jegliche Lebensfreude nehmen.

Fatalismus – ein unheiliger Zeitgeist

In unserer heutigen Welt möchte ich auch ausrufen: „Hilf meinem Unglauben!“ Angesichts der vorausgesagten Klimakatastrophe, der unsicheren Rentenlage und letalen Krankheitsdiagnosen, fühle auch ich mich ohnmächtig und hilflos. Statt der Hoffnung gebe ich mich dem Fatalismus hin und glaube dabei, nur realistisch zu sein. Doch Fatalismus ist ein „unheiliger Geist“ und hat Konsequenzen: er lähmt meinen Lebenselan und stimmt mich depressiv, oder er macht mich blind und verführt mich zur Lebenswut (Spielsucht, Alkoholabhängigkeit usw.).

Lebensmut schöpfen und Lebenszusammenhänge verändern

Als die Jünger mit Jesus allein sind, wundern sie sich, warum er den Knaben heilen konnte, sie aber nicht. Jesus antwortet ihnen, dass diese Art Geister nur durch Beten (und Fasten) ausgetrieben werden können. In Jesu Sinn sind Gebet nicht einfach Worte oder Wünsche, die man an Gott richtet; es ist nicht nur eine Meditationsübung für die seelische Hygiene. Vor Gott ist es ernste innere Arbeit, bei der man sich bewusst macht, welche Ängste und Missverständnisse das Leben hemmen und was es fördern kann. Es geht darum, Lebenszusammenhänge verstehen zu lernen, sodass man dann positiv auf sie einwirken kann. Lebensmut aufspüren und ihn schöpfen, für sich selbst und für andere, Tag für Tag neu im neuen Jahr. Herr, ich glaube! Hilf meinem Unglauben.

 

 

 

 

* Epilepsie ist eine moderne Diagnose, die nicht der Verständniswelt des antiken Palästina entspricht. Dort hielt man böse Geister oder Fluch für die Ursache von Krankheiten und nicht, wie heutzutage, organische oder psychische Erkrankungen oder Missbildungen

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